Von alten Abgrenzungen mit Einfriedungen

Am Anfang war kein Zaun. Der Jäger und Sammler brauchte keinen Zaun. Erst der seit 10‘000 Jahren sesshafte Mensch mit Ackerbau und Viehzucht brauchte Einfriedungen. Man wollte all das aufbewahren und schützen, was zum Leben notwendig war: das Vieh, die gesammelte Ernte, die Lebensmittel. Es ging bei der Bewirtschaftung des Landes auch um eine räumliche Ordnung. Die Eigentumsfrage gewann erst viel später an Bedeutung. Und die Privatsphäre kam noch viel später dazu. Das Privateigentum führte zur Projektierung von Zaunsystemen, wie sie heute pervertieren. Für mich ist eine Thuja- oder Lorbeerhecke der Inbegriff des Nicht­gewünschten, falls es überhaupt noch Grün sein darf.

Ich möchte mich nachfolgend mit der Umgrenzung mit einfachen Zäunen zur Verwaltung des ein­fachen bäuerlichen Lebens und nicht mit den Anliegen der Abwehr und des Prestiges beschäftigen. Zäune sind ältere Zeugnisse bäuerlicher Kultur. Durch ihre zweckgebundene Schönheit können Zäune zur Volkskunst werden, sie sind eines der ältesten Zeugnisse bäuerlicher Kunst. Der Zaun in der Landschaft ist das Bild einer im Gelände rhythmischen Bewegung und belebt sie dadurch.

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